30 Jahre Abitur: Alt-Salentiner zu Gast beim Andernacher OB
Das Foto zeigt die Schulklasse des Andernacher OB Achim Hütten (2. Reihe, links) im Chemiesaal des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums.
Was bedeutet es, wenn eine Andernacher Besuchergruppe von OB Achim Hütten höchstpersönlich durch die Stadt der Bäckerjungen geführt wird? Dann handelt es sich entweder um besonders wichtige Gäste - oder ganz einfach um alte Weggefährten. Letzteres war im November vergangenen Jahres der Fall, als das Stadtoberhaupt seine früheren Klassenkameraden vom Kurfürst-Salentin-Gymnasium 30 Jahre nach ihrem gemeinsamen Abitur begrüßte.
Viele Schüler der damaligen 13b hat es in den vergangenen Jahrzehnten in die gesamte Bundesrepublik und darüber hinaus verschlagen. Von München bis Lübeck, von Basel bis Mainz reiste ein Großteil der ehemaligen Salentiner an, um dieses runde Jubiläum gemeinsam an der alten Wirkungsstätte zu feiern. Die längste Anreise dauerte per Zug immerhin 8,5 Stunden.
Der waschechte Andernacher Hütten ist einer von denen, die der Heimat treu geblieben sind - und das auch noch an prominenter Stelle. Der OB zeigte seinen Mitschülern aber nicht nur die wichtigsten Beispiele von drei Jahrzehnten Stadtentwicklung in „seiner“ Stadt - er besuchte mit ihnen auch die alte Schule, die sich seitdem sehr verändert hat. Im KSG wurden die Alt-Pennäler vom jetzigen Schulleiter Gerd Schumann begrüßt und durch die Räume geführt. Der Schulleiter präsentierte dabei nicht nur beeindruckende Zahlen über die heutige Einrichtung, die sich auf dem Weg zu einem G8-Gymnasium befindet. Schumann hatte auch in den Schularchiven gekramt und hielt ein überraschendes Präsent für Hüttens Schulklasse bereit: die korrigierten Abiturarbeiten aus dem Jahr 1977. Beim Anblick der Korrekturen und Zensuren erlebte so mancher Alt-Salentiner, der seine Noten nach 30 Jahren verdrängt hatte, noch einmal einen inneren Vorbeimarsch. Über die Noten des Andernacher Stadtoberhaupts sei indes an dieser Stelle aus Datenschutzgründen der Mantel des Schweigens gehüllt.
Beim abendlichen Zusammensein in Eich spürte man dann deutlich, dass sich diese Klassengemeinschaft aus alten Tagen bis heute gehalten hat. Beim Austausch von Schulanekdoten, die sich vor allem um ihren Klassenlehrer Dr. Klein genannt „Bambino“ drehten, fühlten sich die Alt-Salentiner schnell zurückversetzt auf die hölzernen Bänke ihrer Schulzeit. Spannend wurde es auch, als sich die Klassenkameraden in einem Schnelldurchlauf über ihre weiteren Lebenswege nach dem Abitur informierten. Vom Psychiater bis zum Banker, vom Steuerberater bis zum Ferienhaus-Betreiber, vom Tourismus-Fachmann bis zum Kernphysiker, vom Anästhesisten bis zum Kantor, vom „Rasendoktor“ bis zur Medienwelt, vom Bundeswehroffizier bis zum Unternehmer, von der Weiterbildung bis zum Notariat, vom Linguistik-Professor bis zum Chemiker reichte die Liste der Berufe, die die 13b des Jahrgangs 1977 nach Abitur und Studium ergriffen hat. Auch die Wünsche von Achim Hütten haben sich ganz offenbar erfüllt. „Ich hätte gerne einen ruhigen Job in der Schreibstube“ - so lautete damals das Berufsziel des heutigen Andernacher Oberbürgermeisters...
Am Ende einer langen Nacht waren sich die Klassenkameraden einig: Es war ein sehr herzliches und harmonisches Treffen. Unser Dank gilt dem Organisator Alfred Severin, der es wieder einmal in die Hand genommen hatte, die 13b zusammenzutrommeln und ein schönes Programm zu organisieren. Und weil es so schön war, beschloss die Klassengemeinschaft, sich künftig nach Möglichkeit alle zwei Jahre zu treffen.
Manfred Ruch