http://www.salentinerandernach.de/2001/wb/pages/europatag.php

Europa-Tag in Andernach


 

Zu der bundesweit stattfindenden Europawoche leistete auch die Stadt Andernach in Form eines Europatages am Samstag, dem 6. Mai 2000, einen Beitrag.

Bereits um 8 Uhr trafen sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 13 des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums im Ratssaal des Historischen Rathauses, um im Rahmen eines Workshops gemeinsam mit ihrem Lehrer Oberstudienrat Hermann Fuchs die Grundlagen für eine Podiumsdiskussion zum Thema „Die Europäische Grundrecht-Charta“ vorzubereiten. Bereits einige Wochen vorher hatten die Schülerinnen und Schüler dieses Thema in ihren Grundbzw. Leistungskurs aufgenommen und sich ausführlich auf den 6. Mai vorbereitet. Das Projekt bestand darin, die Geschichte der Menschenrechte von der Antike bis zum Grundgesetz aufzuschlüsseln, das Grundgesetz mit der europäischen Menschenrechtskonvention sowie die europäische Sozialcharta von Turin (1961) und die Straßburger Beschlüsse von 1996 miteinander zu vergleichen und ihre eigenen Vorstellungen dazu einzubringen. Um 10 Uhr wurde sodann das Ergebnis der Vorbereitungen für die Podiumsdiskussion von einer Schülervertretung des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums im Ratssaal den Diskussionsteilnehmern vorgestellt. Ausnahmslos alle Teilnehmer äußerten sich anerkennend über den in freie Rede gehaltenen brillanten Vortrag der beiden Vertreterinnen der Schule, Martina Roth und Kirsten Rulf, der an sachlicher und fachlicher Kompetenz nichts zu wünschen übrig ließ.

Nach einem anschließenden Pressefrühstück aller Teilnehmer mit Vertretern der regionalen Presse im festlich geschmückten „kleinen Saal“ des historischen Rathauses fand gegen 12.30 Uhr in den Rheinanlagen die öffentliche Podiumsdiskussion unter der Moderation von Oberbürgermeister Achim Hütten statt. Die Teilnehmer Europaabgeordnete Heide Rühle, Europaabgeordneter Dr. Werner Langen, Herr Staats- und Finanzminister Gernot Mittler, Staatssekretär Dr. Karl-Heinz Klär, Bevollmächtigter des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, sowie Marika Lerch, EU-Kontaktperson der deutschen Sektion von amnesty international (ai), diskutierten angeregt mit den beiden Schülervertreterinnen Martina Roth und Kirsten Rulf u. a. auch über die Einstellung der Jugend zu einem gemeinsamen Europa. „Europa ist unsere Zukunft, und wir müssen unseren Horizont entsprechend erweitern“, war die Meinung von Kirsten Rulf, der auch von ihrer Mitstreiterin Martina Roth bestätigt wurde, daß diese Meinung zur EU in ihrer Jahrgangsstufe verbreitet sei. Die Entwicklung einer Grundrecht-Charta sei jedoch dringend notwendig. Zuversichtlich äußerte Staatssekretär Dr. Klär die Meinung: „Im Oktober soll es einen kompletten vom Konvent vorgeschlagenen Text geben“, der von der Regierungskonferenz als Grundrecht-Charta akzeptiert und in die Verträge aufgenommen werden solle. Die Europaabgeordneten Heide Rühle sowie Dr. Werner Langen waren von einer solch schnellen Entscheidung nicht so sehr überzeugt, Dr. Langen wörtlich: „In Europa dauert alles ein bißchen länger“.

 

ASZNr. 19/2000