Studientag des Lehrerkollegiums in Trier
Ein Höhepunkt in der Lehrerfortbildung war für die Pädagogen des Andernacher Kurfürst-Salentin-Gymnasiums die Tagung in der katholischen Akademie in Trier am 29. Januar 1999. Franz-Wendel Niel, Leiter des katechetischen Instituts, wußte die Teilnehmer mit fesselnder Rhetorik über „Zeitspezifische Themen in ihrer Ambivalenz“ zu interessieren .
In fünf Tableaus skizzierte er die Lebenssituation der Schüler, um davon ausgehend die Frage nach Entwicklungsmöglichkeiten und -aufgaben in der Schule zu stellen. Inhaltliche Schwerpunkte seiner Ausführungen waren die bedrohliche Freiheit und Vielfalt von Wahlmöglichkeiten und Lebensmustern, die Überflutung des Materiellen, die Beschleunigung der Lebensverhältnisse und der damit einhergehende Erfahrungsverlust. Ferner ging es um die neuen Abhängigkeiten und Ohnmachtserfahrungen in Wirtschaft und Arbeitsmarkt sowie die zunehmende Unübersichtlichkeit und Hilflosigkeit angesichts anonymer Strukturen und globaler Verflechtungen in Wirtschaft und Kultur und des daraus resultierenden ökonomischen und sozialen Klimas.
In regem Gedankenaustausch wurden in den sich anschließenden Workshop-Zirkeln die Problemfelder fächerspezifisch diskutiert und nach Entwicklungsmöglichkeiten für die Schüler, aber auch für sich selbst, im Zeichen einer Balance zwischen Selbstzweifel und Selbstsicherheit gesucht. Überlegungen, so wurde von den Teilnehmern angeregt, die einer Weiterführung auf einer Anschlußveranstaltung bedürften.
Mit einem Besuch im Trierer Landesmuseum oder im benachbarten Diözesanmuseum klang der Studientag aus. (G.S.)