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Die Jahrgänge berichten: 1959


 

Vierzig Jahre sind eine lange Zeit. Vierzig Jahre Abitur sind ein Grund zu feiern. So hielt es auch unsere Abiturientia 1959. Schon ein Jahr vor dem denkwürdigen Ereignis trafen wir uns bei Manfred Wittler in Pulheim, um den Rahmen des Treffens abzusprechen. So versammelten wir uns mit unseren Frauen am Pfingstsamstag und Pfingstsonntag (22./23. Mai 1999) in Andernach. Gekommen waren Hermann Breil, Wolfgang Fischer, Dieter Fußhöller, Heiner Hartmann, Elmar Mittler, Helmut Neumann, Horst Scheer, Gerhard Schorn, Günter Seelemann, Sigrid Stirl, Wolfram Viertel, Manfred Wittler und Heinrich Zimmermann. Einer konnte leider nicht mehr kommen. Es war unser Konabiturient Albrecht Bär, der leider schon vor einigen Jahren verstorben ist. Wir gedachten seiner und beschlossen, eine Blumenschale auf sein Grab zu stellen.

Wir trafen uns am Samstag um 11 Uhr zu einem kleinen Umtrunk im KSG, für den Helmut Neumann alles Nötige besorgt hatte. Herr Häckell, der einem der Unseren als Oberstudiendirektor-Kollege besonders verbunden ist, ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich im Lehrerzimmer zu empfangen und uns über die Entwicklung des KSG ausführlich zu unterrichten. Immerhin hat sich in den letzten vierzig Jahre im Schulwesen sehr viel geändert. Da in der Person von Sigrid Stirl, geb. Magers, die erste Abiturientin unserer Schule anwesend war, ließ sich Herr Häckell von ihr berichten, wie sie an unsere Schule gekommen war. Herr Häckell stellte das Ergebnis dieses Gesprächs der Redaktion der Schülerzeitung Sphinx zur Verfügung. Damit dürfte das Geheimnis, wer denn die erste Abiturientin des KSG tatsächlich war, endgültig gelüftet sein.

Herr Feuster, der uns als Klassenlehrer zum Abitur geführt hatte, konnte aus gesundheitlichen Gründen die Einladung zu diesem Jubiläumstreffen nicht annehmen. Daher besuchte ihn eine Abordnung unserer Klasse, um ihm unsere herzlichen Grüße auszurichten. Währenddessen besuchte das Gros der Klasse das Schulgebäude, wobei weniger die neuen naturwissenschaftlichen Räume - der Stolz der Schule - interessierten, sondern die Klassenräume, in denen wir als Primaner die Schulbank gedrückt hatten. Unsere naturwissenschaftlichen Räume, die man 1955 eingerichtet hatte, waren nicht mehr wiederzuerkennen, da man sie in normale Klassenräume umgewandelt hat. Dagegen erschien uns der alte Musiksaal, in dem wir unsere schriftlichen Abiturarbeiten angefertigt hatten, fast unverändert.

Am Nachmittag hatten wir eine gemeinsame Führung durch die Stadt, die unser Ehemaliger Günter Berg übernahm. Andernach war uns allen bekannt, nicht jedoch die Veränderungen, die das Stadtbild in den letzten Jahrzehnten über sich ergehen lassen mußte. Am Abend trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen mit Damen im Merowinger Hof. Es wurde ein gemütlicher Abend mit einem offenen Ende.

Für den Sonntagmorgen war ein Ausflug nach Boppard mit einem Tragflügelboot angesetzt. In unserem Optimismus hatten wir es nicht für nötig befunden, unsere Plätze reservieren zu lassen. Als wir dann mit etwa zwanzig Damen und Herren einsteigen wollten, zeigte sich, daß das Tragflügelboot nur insgesamt fünfzig Plätze hatte und nur bis Koblenz Platz für jeden von uns bot. Als in Koblenz andere Fahrgäste ihre reservierten Plätze einnahmen, mußte einer von uns mit der Bahn nach Boppard fahren, und wie im Märchen vom Hasen und dem Igel, war er natürlich schneller in Boppard als wir. Die Fahrt in dem Schiff war sehr unterhaltsam. Der Rhein hatte wegen des Windes an diesen Sonntagmorgen einen recht starken Wellengang, so daß das Tragflügelboot mit seiner hohen Geschwindigkeit uns den Eindruck vermittelte, wir seien in einer Achterbahn. Beeindruckend war auch wie das Boot vor der Ankunft in Koblenz hielt, um Treibstoff aufzunehmen.

In Boppard setzten wir uns bei strahlendem Sonnenwetter in den Garten eines Hotels, wo der Gedankenaustausch über das Leben der letzten Jahre und über Zukunftsperspektiven lebhaft weitergeführt wurde, bis es Zeit wurde, wieder mit dem Schiff nach Andernach zurückzufahren. Diesmal hatten wir einen großen Ausflugsdampfer, der viel mehr Platz bot und auf dem die Fahrt auch viel gemütlicher war.

Nach unserer Ankunft in Andernach löste sich die Gesellschaft auf. Wir verabschiedeten uns voneinander in der Gewißheit, ein paar sehr schöne Stunden gemeinsam verbracht zu haben, und mit der festen Absicht, bis zum nächsten Treffen unserer Abiturientia nicht mehr zehn oder zwölf Jahre verstreichen zu lassen.

Nachgetragen sei, daß unser Klassenlehrer Gerhard Feuster am 9. September 1999 neunzig Jahre alt wurde und daß Wolfram Viertel und Wolfgang Fischer ihm namens der ganzen Klasse an diesen Tag recht herzlich gratulierten.

W. F.